Von Silvano Grimaldi, CEO des unabhängigen Vermögensverwalters Grimaldi & Partners AG.
Monatsrückblick
Die internationalen Aktienmärkte schlossen den September 2025 mit einer uneinheitlichen Entwicklung ab.
USA – Gewinne im September 2025
Zinssenkung der US-Notenbank: Die Senkung um 25 Basispunkte am 17. September stützte die Bewertungsmultiplikatoren und die Risikobereitschaft der Anleger.
Günstige Konjunkturdaten: Der Verbraucherpreisindex für August blieb moderat, während der Preisdruck in den Einkaufsmanagerindizes nachliess. Dadurch war die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung bereits vor der Sitzung gestiegen.
Höhere Risikobereitschaft nach der Zinssenkung: Strategen verwiesen auf eine breitere Unterstützung für Aktien, einschliesslich Small Caps.
Europa – Rückgang im September 2025
Schwächere Anlegerstimmung: Der Sentix-Index für das Anlegervertrauen fiel deutlich auf –9,2. Besonders schwach entwickelte sich Deutschland.
Steigende Zinsen und Anleiherenditen: Höhere Renditen belasteten vor allem Immobilien- und defensive Aktien, während der STOXX 600 zeitweise auf ein Monatstief fiel.
Gegenwind für einzelne Branchen: Automobil- und Medizintechnikaktien zogen den Gesamtmarkt wiederholt nach unten.
Aktien im Fokus
USA – Microsoft
Microsoft erzielte weiterhin ein stabiles und breit abgestütztes Wachstum in den Bereichen künstliche Intelligenz und Cloud-Computing, getragen von der starken Entwicklung bei Azure.
Das Unternehmen blickte auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück, mit einem Umsatzwachstum von 15 % und einem beträchtlichen Mittelzufluss. Laufende Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe boten zusätzliche Unterstützung.
Die Aussichten für das vierte Quartal 2025 bleiben dank der fortschreitenden Monetarisierung von KI durch Copilot und die Cloud-Dienste von Microsoft günstig.
Europa – ASML
ASML bleibt ein wichtiger Zulieferer in der Wertschöpfungskette für KI-Halbleiter.
Die Unternehmensleitung erwartet für 2025 ein Umsatzwachstum von rund 15 % sowie ein deutliches Wachstum im EUV-Geschäft. Der Auftragsbestand und die Auftragseingänge stützen den Investitionszyklus weiterhin.
Die Aktie blieb zuletzt hinter dem Gesamtmarkt zurück. Dies könnte Aufwärtspotenzial bieten, falls sich die Investitionen in künstliche Intelligenz und Speicherhalbleiter im vierten Quartal beschleunigen.
Ausblick – 4. Quartal 2025
Chancen
Unterstützung durch Zentralbanken: Die FOMC-Sitzungen am 28. und 29. Oktober sowie am 9. und 10. Dezember und die EZB-Sitzung am 30. Oktober könnten eine lockerere geldpolitische Ausrichtung signalisieren oder bestätigen und so die Aktienbewertungen stützen.
Berichtssaison für das dritte Quartal: Die Berichtssaison beginnt im Oktober. Die Gewinnerwartungen für den Technologiesektor wurden angehoben; positive Überraschungen könnten die Marktrally verlängern.
Nachlassende Inflation: Die für Oktober, November und Dezember geplanten Veröffentlichungen der Verbraucherpreis- und harmonisierten Verbraucherpreisindizes könnten bei weiterhin niedrigen Inflationswerten die Erwartungen weiterer Zinssenkungen verstärken und die Risikobereitschaft der Anleger stützen.
Risiken
US-Haushaltsstreit und Risiko eines Regierungsstillstands: Eine politische Blockade zum Beginn des Haushaltsjahres 2026 am 1. Oktober könnte die Anlegerstimmung und das Wirtschaftswachstum belasten.
Aufwärtsdruck auf die Ölpreise: Die OPEC+ dürfte Anfang Oktober über die Fördermengen für November beraten. Änderungen der Förderpolitik oder der offiziellen Verkaufspreise könnten die Energiepreise stützen und die Unternehmensmargen belasten.
Ergebnis- und Bewertungsrisiko: Nach kräftigen Kursgewinnen seit Jahresbeginn und hohen Erwartungen an Technologieunternehmen könnten Ergebnisse, die zwar gut, aber nicht gut genug sind, Gewinnmitnahmen auslösen.
Erwartete Marktentwicklung
Für das 4. Quartal 2025 erwarten wir an den internationalen Aktienmärkten eine leicht positive oder neutrale bis positive Entwicklung mit Phasen erhöhter Volatilität.
Unterstützende Geldpolitik: Die FOMC-Sitzungen am 28. und 29. Oktober sowie am 9. und 10. Dezember bleiben wichtig. Nach der Zinssenkung im September sind weitere geldpolitische Lockerungen möglich, was Aktien grundsätzlich stützt.
Gewinndynamik: Die Berichtssaison für das dritte Quartal beginnt Mitte Oktober, angeführt von den grossen US-Banken. Positive Gewinnüberraschungen könnten die Märkte zusätzlich stützen.
Saisonalität: Historisch zählt das vierte Quartal zu den stärkeren Phasen für die Aktienmärkte. Die traditionelle «Santa-Claus-Rally» stützt häufig die letzten Handelstage des Jahres.
Europa bleibt stabil, aber vorsichtig: Der Zinsentscheid der EZB ist für den 29. und 30. Oktober vorgesehen. Die jüngsten Äusserungen der EZB deuten auf Kontinuität in der Geldpolitik hin, sodass von den Zinsen kurzfristig kein unmittelbarer Gegenwind zu erwarten ist.
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