Marktblog – August 2025

Investment report and market charts representing financial market developments in August 2025

Von Silvano Grimaldi, CEO des unabhängigen Vermögensverwalters Grimaldi & Partners AG.

Monatsrückblick

Die internationalen Aktienmärkte schlossen den August 2025 mit Gewinnen ab.

Wichtigste Markttreiber

  • Gestiegene Wahrscheinlichkeit von Zinssenkungen: Schwächere Arbeitsmarktdaten und rückläufige Inflationsraten verstärkten die Erwartungen an bevorstehende Zinssenkungen der US-Notenbank und stützten risikoreichere Anlagen.
  • Starke Unternehmensergebnisse für das zweite Quartal, besonders in Technologie, Cloud-Computing und KI: Viele grosse Unternehmen übertrafen die Erwartungen. Hohe Umsätze im Cloud- und KI-Geschäft führten zu Aufwärtskorrekturen der Gewinnprognosen.
  • Nachlassende handelspolitische Spannungen zwischen den USA und der Europäischen Union: Fortschritte bei den transatlantischen Handelsvereinbarungen verringerten die Unsicherheit über Zölle und verbesserten die Stimmung gegenüber exportorientierten Branchen.
  • Anhaltende Rally bei KI- und Technologiewerten: Fortgesetzte Investitionen in KI-Infrastruktur und Halbleiter stützten die überdurchschnittliche Entwicklung des Technologiesektors und trieben die grossen Indizes nach oben.
  • Schwächerer US-Dollar und Kapitalzuflüsse in internationale Aktien: Der Rückgang des US-Dollars machte ausländische Aktien für globale Anleger attraktiver und verstärkte die Gewinne an internationalen Märkten.

Aktie im Fokus

Intel legt im August um 25 % zu – KI und Chipfertigung geben Auftrieb

Die Intel-Aktie gewann im August 25 %. Unterstützt wurde sie durch mehrere politische und industrielle Impulse im Zusammenhang mit KI und Halbleiterfertigung.

Intel und die US-Regierung kündigten eine «historische Vereinbarung» an. Demnach würden die USA 8,9 Milliarden USD in eine Beteiligung von rund 10 % an Intel investieren. Ziel ist die Stärkung der heimischen Halbleiterproduktion.

Intel meldete zudem den vorzeitigen Erhalt von 5,7 Milliarden USD aus dem CHIPS Act. Gleichzeitig erklärte Washington, dass das Gesamtpaket noch ausgearbeitet werde. Für den Markt blieb die Botschaft dennoch klar: Zusätzliches Kapital und politische Unterstützung würden das Investitionsprogramm von Intel absichern.

Auch mit den am 24. Juli veröffentlichten Ergebnissen für das zweite Quartal und dem Ausblick für das dritte Quartal untermauerte das Unternehmen seine Anlagestory.

Intel prognostizierte einen Umsatz zwischen 12,6 und 13,6 Milliarden USD, strebte ein ausgeglichenes bereinigtes Ergebnis je Aktie an, führte strengere Kostenkontrollen ein und plante Investitionsausgaben von rund 18 Milliarden USD, um seine Technologie-Roadmap voranzubringen.

Intel betonte ausserdem, dass die neue staatliche Beteiligung es ermögliche, die Foundry-Sparte innerhalb des Konzerns zu behalten. Dies sei ein wichtiges Signal an Kunden und Geschäftspartner.

Die Kombination aus staatlicher Finanzierung, besserer Planbarkeit der Fertigungsinvestitionen und soliden Unternehmensprognosen verbesserte die Marktstimmung und brachte die Intel-Aktie an die Spitze des Sektors.

Zu den nächsten wichtigen Entwicklungen zählen die endgültigen Einzelheiten der Regierungsvereinbarung, die Fortschritte bei Intels CPU- und KI-Roadmap sowie die Sitzung der US-Notenbank Mitte September.

Ausblick – September 2025

Chancen

  • Unterstützung durch Zentralbanken: Signale für eine lockerere Geldpolitik oder eine mögliche Zinssenkung der US-Notenbank an ihrer Sitzung vom 16. und 17. September könnten die Aktienbewertungen stützen. Auch die EZB-Sitzung am 10. und 11. September und die Sitzung der Bank of England am 18. September werden genau beobachtet.
  • Disinflationäre Konjunkturdaten: Die Veröffentlichung des US-Verbraucherpreisindex am 11. September und die vorläufige Schätzung des harmonisierten Verbraucherpreisindex der Eurozone am 2. September könnten bei weiter nachlassender Inflation die Wahrscheinlichkeit früherer oder zusätzlicher Zinssenkungen erhöhen.
  • Nachlassender Druck durch Energiepreise: Die OPEC+ plant, ihre Produktion im September um rund 547’000 Barrel pro Tag zu erhöhen; eine Sitzung ist für den 7. September vorgesehen. Eine höhere Förderung könnte die Ölpreise drücken und die Margen in Branchen ausserhalb des Energiesektors stützen.

Risiken

  • Weiterhin «zu heisse» Konjunkturdaten: Ein stärker als erwartet ausfallender US-Arbeitsmarktbericht am 5. September oder anhaltend hohe Inflation könnten die US-Notenbank von einer Lockerung abhalten und risikoreichere Anlagen belasten.
  • US-Haushaltsstreit und Risiko eines Regierungsstillstands: Eine politische Blockade vor der Frist am 30. September könnte die Unsicherheit erhöhen und ein risikoscheues Marktumfeld auslösen.
  • Ölpreisschock: Eine Änderung der OPEC+-Politik oder Lieferstörungen im Zusammenhang mit Russland oder dem Nahen Osten könnten die Energiepreise erhöhen und die Gewinnschätzungen der Unternehmen belasten.

Erwartete Marktentwicklung

Für September 2025 erwarten wir insgesamt eine neutrale Entwicklung. Die Aktienmärkte dürften sich seitwärts bewegen und zeitweise volatil sein.

Aktienempfehlung: Intel

Chartquelle: TradingView.

Diese Publikation dient ausschliesslich Informationszwecken und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf eines Finanzinstruments dar. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine Rückschlüsse auf künftige Ergebnisse zu.

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